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09.04.2014

Fernstudium: Es gibt immer eine Chance für Aufstieg oder ein neues Berufsfeld

Fernlernerinnen und Fernlerner der Studiengemeinschaft Darmstadt (SGD) erhalten begehrten Studienpreis DistancE-Learning

Pfungstadt bei Darmstadt, 09. April 2014 – Von der Bäckereifachverkäuferin zur Ausbildungsleiterin einer Bank, vom KFZ-Mechaniker mit Migrationshintergrund zum technischen Angestellten in der Entwicklungsabteilung eines Gabelstaplerherstellers – die Bildungs- und Berufswege, die wir in jungen Jahren einschlagen, sind nur ein Anfang. Dank vielfältiger Weiterbildungsmöglichkeiten und mit Willen und Ausdauer hat jeder einzelne die Chance, sich nach seinen Potenzialen und Neigungen weiterzuentwickeln. So wie Stephanie Schneiß und Darius Schendel. Sie wurden am 07. April in Berlin vom Fachverband Forum DistancE-Learning mit dem Studienpreis „Fernlerner bzw. Fernlernerin des Jahres 2014“ ausgezeichnet. Regina Vollbrecht, Weltrekordhalterin der blinden Frauen im Marathon, erhielt den Preis „Lernen mit Handicap“.

Regina Vollbrecht aus Berlin – Preisträgerin „Lernen mit Handicap“
Regina Vollbrecht ist von Geburt an blind, sie ist Hochleistungssportlerin, Paralympics-Teilnehmerin und sie hat Ehrgeiz. Die diplomierte Sozialpädagogin arbeitet in der Brandenburgischen Schule für Blinde und Sehbehinderte als Sozialarbeiterin. Sich kontinuierlich weiterzubilden ist für Regina Vollbrecht eine Selbstverständlichkeit. Nach mehreren Fortbildungen, unter anderem zur Punktschriftlehrerin und Lehrerin für Deutsch als Fremdsprache, wurde sie nun für ihr erfolgreich abgeschlossenes SGD-Fernstudium „Ernährungsberaterin“ ausgezeichnet. Da sie viele Stunden ins Sport-Training investiert und zudem einen täglichen Arbeitsweg von vier Stunden zu bewältigen hat, entwickelte Vollbrecht ihre eigene Lernmethode: Sie erstellt aus den schriftlichen Lernheften und Einsendeaufgaben, die ihr im PDF-Format zur Verfügung stehen, Zusammenfassungen. Dazu nutzt sie einen PC mit Braillezeile und Sprachausgabe. Um den Lernstoff weiter zu verinnerlichen, erzeugt sie aus ihren eigenen Zusammenfassungen MP3-Dateien. Diese kann sie im Zug anhören. Ihr neues Wissen floss bereits in einen Workshop zum Thema „Gesunde Ernährung für Kinder“ ein.

Stephanie Schneiß aus Mendig bei Koblenz – Fernlernerin des Jahres 2014
Das Arbeitspensum, das Stephanie Schneiß während ihres Fernlehrganges „Geprüfte Wirtschaftsfachwirtin IHK“ bewältigt, ist enorm. Sie hat einen Teilzeitjob im Kundenservice einer Bank, einen Büro-Minijob und einen Haushalt mit fünf Kindern. Außerdem ist sie ehrenamtliche Prüferin bei der Handwerkskammer. Als ihr Vater krank wird, unterbricht sie den Lehrgang, um ihn zu pflegen. Nach dessen Tod muss sie sich wieder in den Lernrhythmus einfinden. Hinzu kommt eine schwere Erkrankung ihrer Tochter. Da das Umfeld erst wenig Verständnis für ihre Weiterbildung aufbringt, hält sie diese zunächst geheim. Auch sie selbst fragt sich immer wieder, warum ihr das bisher Erreichte nicht genügt. Die Antwort ist einfach: Als Ausbildungsleiterin einer Bank mit 39 Auszubildenden hat sie nun endlich den ersehnten beruflichen Aufstieg geschafft.

Das Leben von Stephanie Schneiß ist arbeitsintensiv und von jungen Jahren an mit Führungsverantwortung verbunden. Nach dem Abitur macht sie zunächst eine Ausbildung zur Bäckereifachverkäuferin, denn sie möchte gemeinsam mit ihrem Freund die Bäckerei dessen Eltern übernehmen. Anschließend folgt eine Weiterbildung zur Verkaufsleiterin im Nahrungsmittelhandwerk, um Lehrlinge in der zwischenzeitlich überregional bekannten Bäckerei ausbilden zu können. Die Bäckerei wird zur GmbH und Stephanie Schneiß Geschäftsführerin. Nach der Trennung von ihrem Mann geht sie mit ihren beiden Töchtern ihre eigenen Wege und übernimmt 2005 sehr erfolgreich die Leitung einer Lidl-Filiale. Als sie zum zweiten Mal heiratet – der Mann hat zwei eigene Töchter – hört sie zu arbeiten auf und bekommt einen Sohn. Doch das Leben als Hausfrau und Mutter genügt ihr nicht. Sie nimmt einen Büro-Minijob an, dann zusätzlich noch eine Teilzeitstelle bei der Heimat-Bank im Kundenservice. Bald schon übernimmt sie das Coaching der Kollegen. Doch sie will weitere Aufstiegschancen und beginnt die Weiterbildung zur „Geprüften Wirtschaftsfachwirtin IHK“. Ihre Beförderung zur Ausbildungsleiterin und der Erfolg ihrer Kinder in Schule, Ausbildung und Studium sind für Stephanie Schneiß eine Bestätigung, dass sich das Lernen gelohnt hat und sie ihren Kindern ein Vorbild ist.

Darius Schendel aus Nürnberg – Fernlerner des Jahres 2014
Nach einem Hauptschulabschluss, einer Ausbildung zum KFZ-Mechaniker und einer Aufstiegsfortbildung zum Staatlich geprüften Mechatronik-Techniker hat Darius Schendel seit Oktober 2010 endlich seinen Traumjob als Mechatronik-Techniker in der Entwicklungsabteilung eines renommierten Gabelstaplerherstellers. Der Weg war hart: Im Alter von zehn Jahren siedelt er mit seiner Familie von Polen nach Deutschland über. Nach seiner Ausbildung arbeitet er zunächst mehrere Jahre als Mechaniker und Kraftfahrer in einer Spedition, dann wechselt er als Maschinen- und Anlagenführer zu einem Automobilzulieferer. Dort faszinieren ihn Automatisierung und Anlagentechnik und ihm wird schnell klar, dass er mehr will und kann. Er entscheidet sich 2008 zu einer Weiterbildung zum „Geprüften Mechatronik-Techniker“ im Fernstudium. Doch dann kommt die Wirtschaftskrise, und er muss sich 2009 – mitten im Fernstudium – einen neuen Job suchen. Er ist erfolgreich, doch als angelernter Hilfsarbeiter und mit Schichtarbeit ist die Situation für ihn sehr unbefriedigend. Umso mehr forciert er sein Fernstudium und schreibt Bewerbungen. Im August 2010 gelingt ihm ein erneuter Wechsel. Schon wenige Monate später bekommt er ein weiteres Jobangebot – diesmal ist es endlich sein Traumjob: Er ist innerhalb der Entwicklungsabteilung für den Test der Flurförderzeuge zuständig. Während all dieser zeit- und nervenaufreibenden Jobwechsel stemmt Schendel das Fernstudium und übernimmt im Rahmen der Projektarbeit, die er gemeinsam mit zwei Mitstudenten durchführt, federführende Aufgaben.

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