Lebenslanges Lernen

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Die wichtigsten Fakten zum lebenslangen Lernen

  • Was ist lebenslanges Lernen?
  • Bedeutung von lebenslangem Lernen
  • Unterschiedliche Möglichkeiten
  • staatliche Förderung

Auch wenn es für viele Schülerinnen und Schüler unvorstellbar ist, auch noch nach der Schule, einem Studium oder einer Ausbildung weiter zulernen, hat das lebenslange Lernen einen hohen Stellenwert. Hier erfahren Sie, warum Weiterbildung auch im Berufsleben noch so wichtig ist und welche Möglichkeiten zum lebenslangen Lernen es gibt.

Das lebenslange Lernen meint aber nicht nur die Befähigung zur Weiterbildung, um neue Aufgaben der Arbeitswelt zu übernehmen, sondern auch, um sich selbst fit zu halten und parallel zu einem routinierten Arbeitsalltag am Ball zu bleiben. Denn gerade die technische Entwicklung der letzten Jahrzehnte verändert auch unseren privaten Alltag. So ist das E-Mail-Schreiben oder die Bedienung von Computern und Smartphones heute eine Selbstverständlichkeit. Das lebenslange Lernen ist damit gleichbedeutend mit dem lebensbegleitenden Lernen und stellt so einen nicht endenden Bildungsprozess dar.
 

Was bedeutet lebenslanges Lernen?

Heutzutage ist häufig von lebenslangem Lernen (abgekürzt: LLL) die Rede. In den 1970er-Jahren entwickelte sich das lebenslange Lernen zu einem bildungspolitischen Handlungsfeld, während in den Anfängen viele unterschiedliche Begriffe, wie beispielsweise die permanente Erziehung, das lifelong learing, education permanent oder lifelong education, existierten.

Unter dem Begriff „Lebenslanges Lernen“ wird laut EU-Definition„… alles Lernen während des gesamten Lebens, das der Verbesserung von Wissen, Qualifikation und Kompetenzen dient und im Rahmen einer persönlichen, bürgergesellschaftlichen, sozialen bzw. beschäftigungsbezo-genen Perspektive erfolgt“ verstanden.

Lebenslanges Lernen ist somit das Lernen außerhalb eines formalen Bildungssystems, wie einer Schule, Universität oder eines Unternehmens. Es muss jedoch nicht zwangsläufig informell sein. Die Freiwilligkeit und das Ziel der persönlichen Entfaltung steht im Vordergrund. Dies kann sowohl mit informeller als auch formeller Bildung geschehen. Das lebenslange Lernen kann aber auch als lebensbegleitendes Lernen verstanden werden, denn es endet nie.
 

Warum ist lebenslanges Lernen wichtig?

Lebenslanges Lernen schließt Personen jedes Alters und jeder Berufsgruppe mit ein. Häufig ist es notwendig, um mit der aktuellen Entwicklung Schritt zu halten und die Anpassungsfähigkeit an neue Gegebenheiten nicht zu verlieren, denn schulische Bildung und stetige Weiterbildung im fortgeschrittenen Alter sind in der Regel die Grundvoraussetzung der Beschäftigungsfähigkeit eines Menschen. Welche Vorteile dafürsprechen, sich neues Wissen anzueignen und vorhandene Wissenslücken zu schließen, haben wir für Sie hier zusammengefasst:
 

Besseres Wohlbefinden durch lebenslanges Lernen

Auch wenn das Aneignen von neuem Wissen anstrengend und frustrierend sein kann, können durch effektive Lernmethoden Lernerfolge schnell erreicht werden. Dies gilt insbesondere für komplexe Themen, wie das Erlernen einer Sprache. Das Glücksgefühl wird umso größer sein, wenn das Ziel erreicht ist und der Lernerfolg im Bildungsprozess sichtbar wird. 
Welche Tipps es gibt, um effektiv zu lernen, erfahren Sie in unserem weiteren Artikeln im Ratgeber „Effektives lernen“.
 

Durch lebenslanges Lernen den Anschluss halten

Gerade die Digitalisierung ist einer der Gründe, weshalb sich unsere Gesellschaft rasant wandelt und unsere Wirtschaft stark beeinflusst wird. Insbesondere der technische Fortschritt stellt uns vor neue Herausforderungen und schafft neue Aufgabenbereiche. Beispiele hierfür sind die künstliche Intelligenz, das autonome Fahren oder die Entwicklung neuer Produkte durch 3D-Druck.

Auch im Alltag ist der schnelle Fortschritt durch Digitalisierung merklich. So ist die Kommunikation via Smartphone oder die Online-Bestellung und -Bezahlung von Produkten aus unserem Alltag nicht mehr wegzudenken. Um von dieser Entwicklung nicht abgehängt zu werden und den Anschluss nicht zu verlieren, beugt man dem mit lebenslangem Lernen vor.
 

Gehirn fit halten

Lebenslanges Lernen kann außerdem wie Gehirn-Jogging betrachtet werden. Das Gehirn bleibt durch das Lernen stets gefordert und hat dauerhaft etwas zu tun. Lernen Sie zum Beispiel eine neue Sprache oder eignen Sie sich neue technische Kenntnisse an. Dadurch bleibt das Gehirn jung und dynamisch, wie der Körper bei regelmäßigem Sport. Zudem kann es Demenz vorbeugen, wenn das Gehirn bis ins hohe Alter „trainiert“ wird.


Welche Möglichkeiten des lebenslangen Lernens gibt es?

Die Aneignung neuen Wissens ist auf viele Arten möglich. So können Sie Pausen Ihres Arbeitsalltags, wie eine Elternzeit oder ein Sabbatical, für die Aneignung neuen Wissens nutzen, aber auch parallel zu Ihrem Berufsleben und privaten Alltag Phasen integrieren, um neue Kenntnisse und Fähigkeiten zu erschließen. Die Vielfalt an Möglichkeiten für eine geführte Weiterbildung haben wir Ihnen hier zusammengestellt:
 

Lebenslanges Lernen durch Lesen

Das mitunter einfachste Mittel, um sich im privaten Alltag und parallel zum Beruf weiterzubilden, ist das Lesen. Fachbücher können dazu beitragen, Ihr Wissen zu erweitern. Aber auch durch Berichte zum politischen und wirtschaftlichen Weltgeschehen halten Sie sich fit und sind informiert. Wichtig ist, dass Sie sich für die Themen interessieren und ein Ziel vor Augen haben. So fällt das Lesen leichter und sichert Ihnen Erfolgserlebnisse.


Von Kolleg*innen lernen

Auch vor Ihrem Arbeitsalltag macht das lebenslange Lernen nicht Halt. So können Sie selbst während Ihres Arbeitstages durch den Austausch mit Kolleg*innen Ihr Wissen erweitern und selbstverständlich auch zum Lernprozess Ihres Gegenübers beitragen. Wenn Sie etwas nicht wis-sen, scheuen Sie sich deshalb nicht, Ihre Kolleg*innen zu fragen. Dadurch schaffen Sie einen stetigen Lernprozess während der Arbeit und eig-nen sich automatisch neues Wissen an.
 

Besuch von Konferenzen und Fachvorträgen

Mittlerweile gibt es für fast jeden thematischen Bereich passende Konferenzen, Fachvorträge oder Messen. Erfahrene Redner referieren hier über Themen der Wirtschaft, Technik oder Politik. Je nach Interesse lohnt sich hier in jedem Fall ein Besuch. So können Sie neues Wissen erlangen, aber auch Vertiefungen Ihrer Interessensgebiete kennenlernen und sich mit anderen Besuchern über Aspekte austauschen. Probieren Sie es einmal aus. Konferenzen und Fachvorträge finden das ganze Jahr über statt und sind oft ohne Weiteres für die breite Öffentlichkeit zugänglich.
 

IHK-Kurse für das lebenslange Lernen

Neben dem lebenslangen Lernen durch Berührungspunkte in Ihrem Alltag, gibt es auch die Möglichkeit, geführte Kurse, zum Beispiel durch die Industrie- und Handelskammer, zu besuchen. Diese Kurse können zum einen eine Erweiterung der handwerklichen und technischen Berufskenntnisse darstellen, aber auch zu neuen Kenntnissen führen, die nicht berufsbezogen sind. Eine Übersicht aller IHK-Kurse im Fernstudium haben wir Ihnen hier zusammengestellt: IHK-Kurse im Fernstudium
 

Lebensbegleitendes Lernen durch ein Fernstudium

Ein Fernstudium ist eine gute Möglichkeit, um sich tiefgreifend in einem Thema oder einem Berufsfeld weiterzubilden. Der große Pluspunkt ist, dass das Fernstudium flexibel neben dem Arbeitsalltag absolviert werden kann. Ein Fernstudium kann sowohl das Ziel verfolgen, sich für den eigenen Beruf weiterzubilden, als auch, sich neue Kenntnisse anzueignen. Lebenslanges Lernen bedeutet zum Beispiel das Erlernen einer neuen Sprache oder den Ausbau technischer Fähigkeiten, aber auch eine ganze Reihe weiterer Bildungsmaßnahmen.
 

Online-Kurse ins Lernen integrieren

Mittlerweile gibt es ein immer größer werdendes Angebot an kostenfreien und kostenpflichtigen Online-Kursen, in denen Wissen vermittelt wird. Neben der Plattform YouTube, die Inhalte zu quasi jedem Thema liefert, gibt es auch Lernplattformen, die spezielle Bildungsthemen bieten. Eine gute Möglichkeit, sich berufsbegleitend weiterzubilden.
 

Förderung des lebenslangen Lernens durch den Staat

Das lebenslange Lernen wird auch vom Staat gefördert, bspw. um Arbeitnehmer zu beruflicher Weiterentwicklung zu befähigen. Je nach Bundesland haben Arbeitnehmer*innen einen gesetzlichen Anspruch auf Bildungsurlaub, der für Maßnahmen im Rahmen des lebenslangen Lernens eingesetzt werden kann. Wie viele Arbeitstage das pro Kalenderjahr sind, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. Für detaillierte Informationen zum Bildungsurlaub haben wir Ihnen hier eine Übersicht zusammengestellt: Bildungsurlaub

Außerdem gibt es zahlreiche Möglichkeiten an weiterer Unterstützung für Erwachsenenbildung durch den Bund: vom Aufstiegs-BAföG bis zum Weiterbildungsstipendium. Wir haben Ihnen alle Fördermöglichkeiten zusammengestellt, die beispielsweise Bildungschecks oder Bildungsgutscheine bieten – je nach Bundesland. Besuchen Sie dafür unsere Seite zur Studienförderung.


Häufig gestellte Fragen zum lebenslangen Lernen

Besonders in Zeiten sehr dynamischer Entwicklung ist das Konzept lebenslangen Lernens unverzichtbar geworden. Es soll Menschen befähigen, ihr Leben lang zu lernen und sich weiterzubilden. Warum lebenslanges Lernen so wichtig ist und wo Sie entsprechende Bildungsangebote wahrnehmen können, konnten Sie in diesem Text nachlesen. Die wichtigsten Aspekte zum Thema sind hier für Sie kurz zusammengefasst.


Was versteht man unter lebenslangem Lernen?

Konkret ausformuliert wurden explizite Konzepte des lebenslangen Lernens als bildungspolitisches Handlungsfeld erst in den 1970er-Jahren. Die EU-Definition von lebenslangem Lernen beinhaltet folgende Aspekte:

  • Lernen während des gesamten Lebens
  • Verbesserung von Wissen, Qualifikation, Kompetenzen
  • Lernen erfolgt im Rahmen einer persönlichen, bürgergesellschaftlichen, sozialen Perspektive

Das bildungspolitische Handlungsfeld umfasst also alle Lernprozesse außerhalb von formalen Bildungssystemen wie Schule, Universität oder Unternehmen. Zum Ziel steht die persönliche Entfaltung der Lernenden aus einer freiwilligen Haltung heraus. 


Warum gewinnt lebenslanges Lernen immer mehr an Bedeutung?

Eine solide schulische Grundausbildung ausgehend vom Bildungssystem und lebenslanges, bzw. lebensbegleitendes Lernen bilden das Fundament zur Beschäftigungsfähigkeit von Menschen und fördern unter anderem Inklusion und sozialen Aufstieg. Lernerfolge aus Weiterbildungen oder ähnlichem befähigen den Lernenden, am Berufs- und Arbeitsleben teilzunehmen und sorgen für ein gesteigertes Wohlbefinden. Aber auch die fortschreitende Digitalisierung und Innovationen machen lebenslanges Lernen unverzichtbar, wenn man im privaten Alltag und Beruf den Anschluss nicht verlieren möchte und anpassungsfähig bleiben will. Zusätzlich hält regelmäßiges „Gehirn-Jogging“ in höherem Alter, bspw. durch das Erlernen einer Sprache, den Kopf fit. 


Wer sollte lebenslanges Lernen in Anspruch nehmen?

Angebote für lebenslanges Lernen sind sowohl für berufstätige Personen und Personen mit beruflichen Ambitionen sinnvoll als auch für Lehrende, die über neue Entwicklungen in bestimmten Fachbereichen informiert bleiben wollen. Für Lehrende gibt es sogar spezielle Angebote im Rahmen des lebenslangen Lernens. Bei Dozent*innen an Hochschulen sind hier z.B. Fragen relevant wie: „Wie kann ich die Motivation meiner Studierenden steigern?“ oder auch „Wie lernt das menschliche Gehirn?


Welche Optionen für regelmäßige Weiterbildung gibt es?

Neues zu lernen und sich weiterzubilden ist neben dem Beruf genauso möglich, wie in Pausen des Arbeitsalltags. Der einfachste Weg ist z.B. Fachbücher zu lesen oder sich in den Nachrichten über das politische und wirtschaftliche Geschehen auf der Welt zu informieren. Aber auch der Austausch mit Kolleg*innen oder anderen Personen aus dem privaten Umfeld erweitert Ihren Horizont und lässt Sie voneinander lernen. Können Sie mehr Zeit aufbringen, können Sie an Online-Kursen, IHK-Kursen oder Fernstudiengängen teilnehmen oder auch Fachkonferenzen oder Fachvorträge besuchen. 

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