Dein Bildungsgutschein wurde abgelehnt? Das ist erst einmal frustrierend, muss aber nicht das Aus für deine Weiterbildung sein. Oft lohnt es sich, den Ablehnungsgrund genau zu prüfen und die nächsten Schritte gut vorzubereiten. In diesem Ratgeber erfährst du, warum ein Bildungsgutschein abgelehnt werden kann, wie du Widerspruch einlegst und welche Alternativen dir offenstehen.
Das Wichtigste auf einen Blick:
Ein Bildungsgutschein kann aus verschiedenen Gründen abgelehnt werden, zum Beispiel wegen fehlender Arbeitsmarktrelevanz, zu hoher Kosten oder weil die Förderung als nicht notwendig eingeschätzt wird.
Gegen die Ablehnung kannst du Widerspruch einlegen.
Dafür hast du nach Erhalt des Bescheids in der Regel vier Wochen Zeit.
Wichtig ist, den angegebenen Ablehnungsgrund genau zu prüfen und deinen Widerspruch passend zu begründen.
Hilfreich sind konkrete Argumente, zum Beispiel Stellenangebote, ein möglicher Arbeitgeber oder günstigere Weiterbildungsalternativen.
Wird auch der Widerspruch abgelehnt, kommen ein neuer Antrag, eine Klage vor dem Sozialgericht oder alternative Fördermöglichkeiten infrage.
Wenn eine geförderte Maßnahme abgebrochen werden muss, sollte frühzeitig das Gespräch mit der zuständigen Stelle gesucht werden, um Probleme möglichst zu vermeiden.
Bildungsgutschein abgelehnt – Das können die Gründe sein
Wird dein Antrag auf einen Bildungsgutschein abgelehnt, kommen dafür verschiedene Gründe infrage. Jobcenter und Agentur für Arbeit müssen darauf achten, dass die finanziellen Mittel, die ihnen zur Verfügung stehen, sinnvoll verwendet werden. Daher ist eine Ablehnung der Förderung durch Bildungsgutschein möglich, wenn die Verantwortlichen die Voraussetzungen als nicht gegeben ansehen oder eine Förderung für nicht notwendig halten.
Haben die zuständigen Sachbearbeiter:innen deinen Antrag auf einen Bildungsgutschein abgelehnt, ist ein Widerspruch möglich.
Erhältst du den Ablehnungsbescheid, hast du vier Wochen Zeit, um Widerspruch einzulegen. Die Arbeitsagentur oder das Jobcenter müssen die Ablehnung dann begründen. Wichtig ist: Es gibt keinen Rechtsanspruch auf Förderung durch Bildungsgutschein. Widersprüche können trotzdem erfolgreich sein. Hilfreich sind gute Argumente dafür, warum eine Förderung notwendig ist, damit du eine Arbeitsstelle bekommst oder deinen Job behältst.
Die Widerspruchsfrist musst du auf jeden Fall einhalten.
Beratung durch die Bundesagentur für Arbeit oder ein Jobcenter
Der Bildungsgutschein wird in der Regel im Rahmen eines Beratungsgesprächs ausgestellt. Einen Termin kannst du bei der Agentur für Arbeit oder beim Jobcenter anfragen. In dem Beratungsgespräch geht es unter anderem um Weiterbildungsmaßnahmen, die sinnvoll sind, um eine neue Arbeitsstelle zu finden oder eine bestehende zu sichern.
Die Förderung ist aus arbeitsmarktrelevanten Gründen nicht sinnvoll
Wenn die zuständigen Sachbearbeiter:innen zu dem Schluss kommen, dass es auf dem Arbeitsmarkt keinen Bedarf in dem Bereich gibt, in dem du eine Weiterbildungsmaßnahme absolvieren möchtest, können sie dir den Bildungsgutschein verwehren. Das Ziel der Weiterbildung beziehungsweise Umschulung soll deine (Wieder-)Eingliederung in das Arbeitsleben sein, zum Beispiel nach Arbeitslosigkeit. Gibt es keine entsprechenden Jobs, erscheint die Weiterbildungsmaßnahme nicht sinnvoll und eine Förderung wird abgelehnt.
Im Widerspruchsverfahren ist es dann wichtig, Stellenangebote oder sogar einen potenziellen Arbeitgeber vorlegen beziehungsweise benennen zu können.
Die Maßnahme ist mit der möglichen Fördersumme nicht realisierbar
Fehlende Fördermittel können zu den Ablehnungsgründen gehören. Kostet die von dir ausgesuchte Weiterbildungsmaßnahme mehr, als an Fördersumme vorhanden ist, wird eine Förderung durch Bildungsgutschein abgelehnt. Das kann gegen Jahresende vorkommen, wenn die geplanten Budgets für die Förderung beruflicher Weiterbildung ausgeschöpft wurden. Das passiert seltener, da berufliche Bildung durch die Politik einen hohen Stellenwert erhält.
Der Antragssteller hat Alternativen und braucht daher keine Förderung
In manchen Fällen sehen Sachbearbeiter:innen Berufschancen für dich, wo du selbst keine siehst. Dann werden sie deinen Antrag auf den Bildungsgutschein ablehnen, weil sie die Weiterbildung oder Umschulung als unnötig erachten.
Bildungsgutschein abgelehnt – Diese Möglichkeiten hast du nun
Wird deine Förderung mit Bildungsgutschein abgelehnt, ist das erst einmal ein Rückschlag. Verzweifeln solltest du aber nicht: Lies den Ablehnungsbescheid sorgfältig durch und schau nach, welcher Grund angegeben wird. Hast du nur eine mündliche Ablehnung oder einen Bescheid ohne nachvollziehbaren Grund erhalten, ruf bei der Agentur für Arbeit oder beim Jobcenter an und frag nach dem Grund für die Ablehnung. Er ist wichtig für dein weiteres Vorgehen.
Widerspruch gegen Ablehnung des Bildungsgutscheins einlegen
Nachdem das Jobcenter oder die Arbeitsagentur den Bildungsgutschein abgelehnt hat, kannst du Widerspruch einlegen. Dafür hast du vier Wochen Zeit. Reagiere also am besten nicht unmittelbar, sondern nimm dir Zeit, den Bescheid genau zu lesen und über den angegebenen Grund nachzudenken. Sammle Argumente, um die Ablehnung zu entkräften, zum Beispiel Stellenangebote.
Wo kann man Widerspruch einlegen
Du legst den Widerspruch bei der Behörde ein, von der du den Ablehnungsbescheid bekommen hast. Hat also das Jobcenter deine Förderung abgelehnt, legst du dort Widerspruch ein. War es die Agentur für Arbeit, ist sie dein richtiger Ansprechpartner.
Folgende Angaben müssen enthalten sein:
Name, Adresse und Telefonnummer
Datum
Adresse der Behörde
Aktenzeichen (aus Ablehnungsbescheid)
Zu empfehlen: Begründung, warum du mit der Entscheidung nicht einverstanden bist.
Wie begründet man den Widerspruch?
Du begründest deinen Widerspruch gegen den abgelehnten Bildungsgutschein am besten anhand des angegebenen Grundes:
Heißt es, dass die Förderung nicht arbeitsmarktrelevant sei, verweise auf die Berufsaussichten und Möglichkeiten, die du dadurch haben wirst.
Gehen deine Sachbearbeiter davon aus, dass die Maßnahme keinen Erfolg haben wird, lass dir genau erklären, wieso sie zu diesem Schluss gekommen sind. Vielleicht kannst du sie argumentativ vom Gegenteil überzeugen.
Sind die Kosten für die Weiterbildung oder Umschulung zu hoch, suche nach günstigeren Alternativen. Die SGD bietet zahlreiche nach AZAV zertifizierte Kurse an, die du bequem von zu Hause aus absolvieren kannst. Damit fallen bereits Fahrt- und Übernachtungskosten weg.
Finden die Sachbearbeiter, dass dir andere Möglichkeiten offenstehen, erkläre ihnen im Widerspruch gegen die Ablehnung, weshalb du anderer Ansicht bist.
Benötigt man für den Widerspruch einen Anwalt?
Du musst für deinen Widerspruch bei der Agentur für Arbeit oder beim Jobcenter keinen Anwalt hinzuziehen: Das Schreiben kannst du selbst formulieren. Es steht dir aber natürlich offen, einen Anwalt zu konsultieren, wenn du dir das Schreiben selbst nicht zutraust und sichergehen willst, dass dein Widerspruch gut formuliert ist.
Wird auch dein Widerspruch abgelehnt, hast du drei Möglichkeiten: Entweder stellst du mit etwas zeitlichem Abstand einen neuen Antrag oder du erhebst Klage oder du schaust dich nach alternativen Fördermöglichkeiten um. Jeder dieser Wege kann zum Erfolg führen.
Ein neuer Antrag
Wurde Ihr Antrag auf Förderung durch Bildungsgutschein vom Arbeitsamt abgelehnt, weil die Kosten zu hoch sind, können Sie ihn unter Umständen mit etwas zeitlichem Abstand neu stellen. Dieser Weg ist vor allem dann gangbar, wenn Ihr Antrag gegen Jahresende abgelehnt wurde und wenn Sie keinen unmittelbaren Zeitdruck haben, die Weiterbildungsmaßnahme zu absolvieren. Versuchen Sie es einfach im neuen Jahr noch einmal: Hier sind neue Budgets verfügbar.
Die Klage vor dem Sozialgericht
Nach dem abgelehnten Widerspruch kannst du deinen Fall vor das zuständige Sozialgericht bringen. Die Klage kann trotz der doppelten Ablehnung Erfolg haben: Da bei der Entscheidung der Sachbearbeiter grundsätzlich viel Ermessensspielraum einfließt, kann es sein, dass allgemeine Rechtsgrundsätze keine Beachtung finden.
Achtung: Du kannst nicht direkt nach der Ablehnung deines Bildungsgutscheins klagen, sondern musst erst das Widerspruchsverfahren durchlaufen!
Dies sind die wichtigsten Punkte, die Sie bei der Klage gegen die Ablehnung und den Widerspruch bedenken müssen:
Nach dem abgelehnten Widerspruch hast du einen Monat Zeit, um die Klage anzustrengen.
Legst du selbst Klage ein, bist du nicht verpflichtet, einen Klageantrag zu formulieren. Stattdessen erklärst du dem Gericht den Sachverhalt, sodass es den Klageantrag formulieren kann.
Ziehst du einen Anwalt hinzu, formuliert er den Klageantrag.
Das Gericht kann die Ablehnung aufheben und das Jobcenter oder die Agentur für Arbeit dazu verpflichten, deinen Antrag unter Einbeziehung der Rechtsauffassung des Gerichts neu zu prüfen.
Alternative Fördermöglichkeiten in Erfahrung bringen
Es gibt andere Wege, wie du Förderungen für deine Weiterbildungsmaßnahmen erhalten kannst:
WeGebAU unterstützt beim Erwerb von Berufsabschlüssen oder Qualifikationen, auch in Teilzeit.
Die Bundesländer haben verschiedene Förderprogramme wie Bildungs- und Qualifizierungsschecks.
Möchtest du als junger Erwachsener ab 25 Jahren einen Berufsabschluss nachholen, hilft die Initiative „Zukunftsstarter“ von der Agentur für Arbeit und dem Jobcenter.
Mit der Weiterbildungsprämie fördern Arbeitsagentur und Jobcenter Personen, die an Maßnahmen teilnehmen, die zu anerkannten Ausbildungsabschlüssen führen.
Bildungsgutschein zurückzahlen? Kommunikation ist das Wichtigste
Grundsätzlich solltest du immer, wenn du eine Weiterbildungsmaßnahme abbrechen willst oder musst, deinen Sachbearbeiter bei der Agentur für Arbeit oder beim Jobcenter unverzüglich davon in Kenntnis setzen. Durch die frühzeitige Kommunikation mit der Behörde und dem Bildungsträger vermeidest du eine Rückforderung von Fördergeldern. Das heißt: Du musst die bisher bewilligten Gelder nicht zurückzahlen.
Mit dem Infopaket erhalten Sie unser Kursprogramm, zwei Kursguides mit wichtigen Informationen und einem Auszug aus den Lernmaterialien sowie weiterführende Informationen zu unseren Services und Fördermöglichkeiten.