Steuerfachwirt werden

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Die wichtigsten Fakten für angehende Steuerfachwirte

  • Weiterbildungsprüfung nach Ausbildung zum Steuerfachwirt
  • Berufserfahrung notwendig
  • Beratung in Steuerfragen

Ein Steuerfachwirt ist kein Steuerberater, auch wenn es zwischen beiden Berufen Ähnlichkeiten und Überschneidungen gibt. Steuerberater sind meist mit einem eigenen Steuerbüro selbstständig, während Steuerfachwirte in einem Steuerbüro angestellt sind. 

Allerdings übernehmen Steuerfachwirte in der Praxis viele Aufgaben des Steuerberaters. Das Aufgabengebiet von Steuerfachwirten ist sehr breit gefächert.
 

Wie wird man Steuerfachwirt?

Um zur Weiterbildungsprüfung zugelassen zu werden, ist in der Regel eine Ausbildung als Steuerfachangestellter und einschlägige Berufserfahrung notwendig. Oft wird vor der Weiterbildung mindestens drei Jahre Berufserfahrung in einer Steuerkanzlei verlangt, um zur Prüfung zum Steuerfachwirt zugelassen zu werden. Andere Ausbildungen, beispielsweise zum Rechtsanwaltsfachangestellten oder zum/zur Bankkaufmann/-frau können ebenfalls anerkannt werden. Allerdings wird bei diesen Berufsabschlüssen in der Regel mehr Berufserfahrung verlangt.

Die Weiterbildung zum Steuerfachwirt kann je nach Bildungsanbieter unterschiedliche Inhalte haben. Typischerweise gehören aber unter anderem dazu: allgemeines und besonderes Steuerrecht, Jahresabschlussanalyse, Grundzüge des bürgerlichen Rechts sowie die Kosten- und Leistungsrechnung. Daher gehört – wie auch für Bilanzbuchhalter – Wissen im Bereich Finanzbuchhaltung ebenfalls zu den Themengebieten der Weiterbildung zur Steuerfachwirtin.

Je nach Bildungsanbieter gibt es Wochenendseminare, Kurse in Vollzeit oder Fernlehrgänge. Insbesondere ein Fernlehrgang, z. B. bei der sgd, ist sehr flexibel und lässt sich gut neben dem Beruf absolvieren. Die Kosten für den Kurs muss jeder Teilnehmer selbst tragen. Die abschließende Prüfung zum Steuerfachwirt findet dann bei der zuständigen Steuerberaterkammer statt und besteht aus vier Teilen: Die drei schriftlichen Prüfungen dauern jeweils vier Stunden. Dazu kommt eine mündliche Prüfung. Auch die sgd bietet einen Vorbereitungskurs zum Steuerfachwirt an.
 

Welche Aufgaben hat ein Steuerfachwirt?

Die Tätigkeiten eines Steuerfachwirts sind sehr umfangreich und breit gefächert. Ähnlich wie ein Steuerberater berät auch ein Steuerfachwirt Menschen bei ihrer Steuererklärung oder anderen steuerlichen Fragen. Grundsätzlich ist wichtig, dass sich Steuerfachwirte mit dem komplexen deutschen Steuersystem gut auskennen.

In Unternehmen übernehmen Steuerberater beratende Aufgaben oder arbeiten in Projekten mit Bezug zu Steuern mit. Zu den Aufgaben von Steuerfachwirten gehört es, Steuererklärungen und Jahresabschlüsse von Betrieben zu erstellen. Sie prüfen zudem Steuerbescheide und unterstützen Unternehmen oder Selbstständige bei der Finanzbuchführung. Oft gehören dabei auch Aufgaben wie Gehaltsabrechnungen dazu. In Steuerbüros betreuen sie oft mehrere Mandanten bei komplexen steuerlichen Angelegenheiten.

In vielen Unternehmen und Steuerbüros halten Steuerfachwirte auch den Kontakt zu Finanzämtern oder Sozialversicherungsträgern. Sie beantworten Fragen zur Altersvorsorge oder bei erbrechtlichen Angelegenheiten. Bei Investitionsentscheidungen oder Unternehmensprüfungen arbeiten Steuerfachwirte ebenso mit. Daher gibt es für Steuerfachwirte auch Stellen bei Wirtschaftsprüfungsgesellschaften oder Unternehmensberatungen.
 

Was verdient man als Steuerfachwirt?

Ein Steuerfachwirt verdient in Deutschland im Schnitt 42.304 Euro im Jahr. Anfänger können mit einem Einstiegsgehalt von 30.171 Euro rechnen. Auch wenn es je nach Bundesland Unterschiede gibt, kann ein Steuerfachwirt durchaus auf ein Jahresgehalt von bis zu 55.400 Euro kommen. Die Gehaltsspanne liegt bei 32.000 bis 48.000 Euro im Jahr bzw. einem Monatsgehalt von 2.000 bis 3.000 Euro brutto. Andere Quellen nennen ein Jahresbruttogehalt von 45.000 bis 70.000 Euro. Dies bedeutet, dass der Verdienst von der Berufserfahrung sowie der Größe und dem Standort der Kanzlei, in der man tätig ist, abhängt. Auch spezielle Kenntnisse, wie z. B. internationale Rechnungslegungsvorschriften, können sich vorteilhaft auf das Gehalt auswirken.
 

Voraussetzungen, um Steuerfachwirt zu werden

Steuerfachwirte sollten gut mit Zahlen und Gesetzestexten umgehen können. Gute Analysefähigkeiten sind ebenso wichtig wie eine organisierte und strukturiere Arbeitsweise. Da viele Aufgaben im Berufsalltag dienstleistungsorientiert sind, sollten Sie gut mit Ansprechpartnern verschiedener Institutionen und sozialer Ebenen kommunizieren können. Oft ist auch Durchsetzungsfähigkeit gefragt, beispielsweise, um einen Mandanten von etwas zu überzeugen.

Auch die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen ist im Bereich Steuern gefragt, denn komplexe Steuerfragen verändern sich immer wieder. Steuerfachwirte müssen sich daher regelmäßig in neue Gesetze und Vorgaben einarbeiten. Berufserfahrung in einer Steuerkanzlei ist ebenso eine Voraussetzung wie gute MS-Office-Kenntnisse und Übung im Umgang mit Buchhaltungsprogrammen, wie z. B. DATEV.

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