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Die wichtigsten Fakten für angehende Heilpraktiker

  • geschützte Berufsbezeichnung 
  • staatliche Prüfung zum Heilpraktiker
  • Ausbildung kann bis zu drei Jahren dauern
  • ohne medizinische Approbation Heilkunde ausüben

Der Beruf Heilpraktiker ist in Deutschland schon seit den 1930er-Jahren bekannt, doch in den letzten 20 Jahren stiegen Professionalität und Interesse an diesem Beruf. Heilpraktiker wird man nach einer staatlichen Prüfung. In der Ausbildung lernen Heilpraktiker viel über Heilkunde und Behandlungsverfahren.

Ein Heilpraktiker beschäftigt sich mit Naturheilkunde und betrachtet Körper und Seele als ganzheitliches System. Heilpraktiker sind keine Mediziner, dürfen aber Heilkunde ausüben. Der Beruf Heilpraktiker gehört zu den freien Berufen im Sinne des § 18 des Einkommensteuergesetzes. Um den Beruf ausüben zu dürfen, ist eine staatliche Erlaubnis notwendig. Der Beruf Heilpraktiker unterliegt den Vorgaben des Heilpraktikergesetzes, das es schon seit 1939 gibt.
 

Wie wird man Heilpraktiker

Die Berufsbezeichnung „Heilpraktiker“ ist geschützt. Um als Heilpraktikerin arbeiten zu dürfen, ist daher eine staatliche Erlaubnis nach einer Prüfung notwendig. Je nach beruflicher Vorbildung kann die Ausbildung zum Heilpraktiker ein bis drei Jahre dauern. Auch einige private Heilpraktikerschulen bieten die Ausbildung zum Heilpraktiker an. Diese können in Voll-, in Teilzeit oder als Abendkurs absolviert werden. Die Kosten der Ausbildung müssen die angehenden Heilpraktiker selbst tragen. Die Ausbildung ist auch möglich in Einrichtungen der Heilpraktikerverbände, in denen viele Heilpraktiker in Deutschland organisiert sind.

Je nach Einrichtung ist die Ausbildung zum Heilpraktiker unterschiedlich gestaltet. Es gehören auf jeden Fall Lerninhalte wie Anatomie, Krankheitslehre oder Pharmakologie zur Ausbildung. Auch Untersuchungstechniken werden vermittelt. Die Ausbildung endet in der Regel mit einer staatlichen Prüfung beim zuständigen Gesundheitsamt. Nach der Ausbildung können Heilpraktiker unterschiedlichste Krankheiten behandeln, z. B. Stoffwechselkrankheiten oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die staatliche Prüfung umfasst einen schriftlichen und einen mündlichen Teil. In der schriftlichen Prüfung müssen mindestens 75 Prozent der 60 Fragen korrekt beantwortet werden. Erst dann wird der Prüfling zur mündlichen Prüfung zugelassen. Die Fragen befassen sich unter anderem mit Anatomie, Physiologie und Pathologie. Auch Themen wie Krankheitslehre, Untersuchungsmethoden, das Erkennen von Notfällen und Wissen über Praxishygiene und Desinfektion sind Teil der Prüfung. Je nach Bundesland betragen die Kosten für die Prüfung 300 bis 600 Euro.

Auch bei der sgd können Sie sich auf die amtsärztliche Überprüfung vorbereiten.
 

Welche Aufgaben hat ein Heilpraktiker?

Heilpraktiker sind nicht Teil der Schulmedizin, dürfen aber auch ohne medizinische Approbation Heilkunde ausüben. Dabei gelten für Heilpraktiker bestimmte gesetzliche Rahmenbedingungen. Heilpraktiker erarbeiten auf der Grundlage einer ganzheitlichen Betrachtung von Körper und Geist eine Anamnese und Diagnose. Danach stellen sie auf dieser Basis eine individuell angepasste Therapie für den/die jeweilige Patientin zusammen.

Der erste Schritt ist in der Regel die sog. Erstuntersuchung. Der Patient beschreibt dabei die Symptome und Vorerkrankungen. Ähnlich wie Schulmediziner dürfen Heilpraktiker den Patienten abhören oder eine Blutuntersuchung durchführen. Nach der ersten Untersuchung wird eine Diagnose gestellt und die passende Therapie eingeleitet. Dies kann beispielsweise Akupunktur, Physiotherapie oder Chiropraktik sein. Weitere Therapiemöglichkeiten von Heilpraktikern sind die Phytotherapie (Pflanzenheilkunde) und die Kinesiologie.

Neben den medizinischen Aufgaben gehören zum Berufsbild „Heilpraktiker“ auch organisatorische Aufgaben wie die Buchhaltung, denn viele Heilpraktiker führen ihre eigene Praxis selbstständig. Alternativ gibt es aber auch in anderen Bereichen, wie z. B. in Rehakliniken, Stellen für Heilpraktiker.

Alle rechtlichen Grundlagen zur Ausübung des Berufs des Heilpraktikers sind im Heilpraktikergesetz festgelegt. Darüber hinaus müssen weitere Gesetze, wie das Infektionsgesetz, beachtet werden. Dieses verbietet es Heilpraktiker beispielsweise, bestimmte Krankheiten zu behandeln. Zudem dürfen Heilpraktiker keine Medikamente verschreiben, keine Geburtshilfe leisten oder röntgen.
 

Was verdient man als Heilpraktiker?

Die Frage, was ein Heilpraktiker verdient, ist nur schwer allgemeingültig zu beantworten. Das Gehalt von Heilpraktikern mit eigener Praxis ist sehr unterschiedlich und hängt u. a. vom Kundenstamm ab. Die Patienten müssen Behandlungen bei einem Heilpraktiker zudem in der Regel selbst bezahlen. Während der Ausbildung gibt es kein Gehalt.
 

Voraussetzungen, um Heilpraktiker zu werden

Idealerweise bringt ein Heilpraktiker bereits Vorkenntnisse im Bereich der Medizin oder Naturheilkunde mit. Die staatliche Prüfung kann erst mit 25 Jahren abgelegt werden. Ein Schulabschluss (mindestens Hauptschulabschluss) ist ebenso notwendig wie ein polizeiliches Führungszeugnis und ein medizinisches Gesundheitszeugnis. Das generelle Interesse an Heilkunde und Freude am Umgang mit Menschen sollte auf jeden Fall vorhanden sein.

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