Allgemeines Abitur

Das allgemeine Abitur, auch Vollabitur genannt, ist Deutschlands höchster Schulabschluss. Mit ihm hast du die Allgemeine Hochschulreife und bist berechtigt, an allen Hochschulen in allen deutschen Bundesländern ein Studium aufzunehmen. Mit dem Abiturzeugnis erhältst du also theoretisch die Hochschulzugangsberechtigung für alle Studiengänge. Neben dem allgemeinen Abitur gibt es noch das Fachabitur.

Kann man mit dem allgemeinen Abitur jedes Studium direkt aufnehmen?

Nicht ganz! An einigen Universitäten und Akademien sowie für einzelne Fachrichtungen gibt es gesonderte Zulassungsverfahren. Du musst dich schriftlich bewerben, ein Aufnahmegespräch führen und eventuell einen Aufnahmetest bestehen. Auch verlangen einige Hochschulen Eignungsprüfungen, zum Beispiel im sportlichen oder künstlerischen Bereich.

Bewerben sich mehr Interessierte, als Studienplätze vorhanden sind, entscheiden die Universitäten teilweise nach eigenen Kriterien, welches Auswahlverfahren sie nutzen. Geregelt werden die Anforderungen auch durch die jeweils in den Bundesländern gültigen Landeshochschulgesetze, denn Bildung ist in Deutschland Sache der Bundesländer.

Für die sogenannten grundständigen Studienfächer Medizin, Tiermedizin, Pharmazie und Zahnmedizin gilt eine bundesweite Zulassungsbeschränkung. Hier entscheidet neben dem Nachweis der allgemeinen Hochschulreife der sogenannte Numerus clausus, abgekürzt NC. Er wird jedes Jahr neu nach einem bestimmten Schlüssel berechnet. Berücksichtigt werden unter anderem die Note deines Abschlusszeugnisses und die Wartezeit nach einer Bewerbung.

Allgemeine Hochschulreife und allgemeines Abitur: Ist das dasselbe?

Nicht ganz! Das allgemeine Abitur ist zwar der häufigste Weg zur Allgemeinen Hochschulreife, aber nicht der einzige. So kannst du in einigen Bundesländern auch auf folgenden Wegen die Allgemeine Hochschulreife erhalten:

  • mit einem erfolgreich abgeschlossenen Fachhochschulstudium;
  • mit einer beruflichen Qualifikation, zum Beispiel einer Meisterprüfung oder einem Abschluss als Fachwirt:in (IHK oder HWK);
  • mit einer im Ausland absolvierten und als gleichwertig anerkannten Prüfung;
  • mit einer Begabtenprüfung.

In zurzeit sechs Bundesländern können besonders begabte Berufstätige die Allgemeine Hochschulreife über eine sogenannte Begabtenprüfung, auch Begabtenabitur, erlangen. Die Zulassung zur Begabtenprüfung ist streng geregelt und nur wenige Kandidatinnen und Kandidaten erfüllen die Voraussetzungen.

 

Die Allgemeine Hochschulreife, das Abitur, ist der höchste deutsche Schulabschluss. Mit ihr eröffnest du dir den Weg an die Universität und erhältst Zugang zu unterschiedlichsten Studienfächern. Gleichzeitig schaffst du dir eine starke Grundlage, um beruflich aufzusteigen, gut bezahlte Positionen zu erreichen und deine Zukunft nach deinen eigenen Vorstellungen zu gestalten.

Allgemeine Hochschulreife und Hochschulzugangsberechtigung

Wenn du also über einen der oben genannten Bildungswege die Allgemeine Hochschulreife erworben hast, besitzt du sozusagen automatisch die Berechtigung zum Studium an allen Hochschulen in Deutschland. Eine Hochschulzugangsberechtigung für Fachhochschulen oder für bestimmte Fächer an Universitäten erhältst du auch durch die Fachhochschulreife bzw. die fachgebundene Hochschulreife, das sogenannte Fachabitur. Hier findest du nähere Informationen zu diesem Bildungsweg. Wenn wir im Folgenden von Abitur sprechen, ist immer das allgemeine Abitur gemeint.

Wie und wo kann man das Abitur erlangen?

Das Abitur kannst du zum Beispiel an Gymnasien, Gesamtschulen mit gymnasialer Oberstufe, Abendschulen, Kollegs oder Fernschulen erwerben. Man unterscheidet hier zwischen dem 1. und dem 2. Bildungsweg.

Das Abitur auf dem 1. Bildungsweg

Den klassischen 1. Bildungsweg durchläufst du als Schüler:in durch den Besuch der Oberstufe an einem allgemeinen oder beruflichen Gymnasium oder einer Gesamtschule mit anschließender schulischer Abiturprüfung.

Das Abitur an einer gymnasialen Oberstufe erlangen

In der Regel dauert der Besuch der Oberstufe eines Gymnasiums oder einer Gesamtschule drei Jahre und schließt die Schülerkarriere mit dem Abitur ab. Die 11. Jahrgangsstufe findet als Einführungsphase üblicherweise noch im Klassenverband statt. In der folgenden Qualifikationsphase wirst du in Lerngruppen in Grund- oder Leistungskursen unterrichtet. Beim sogenannten G8, also dem achtjährigen Gymnasium, findet die Abiturprüfung bereits nach zwei Jahren Oberstufe bzw. nach insgesamt acht Jahren Schulzeit statt.

Das Abitur an einem beruflichen Gymnasium erlangen

Neben den allgemeinbildenden Fächern wählst du mit der Schule bereits einen Schwerpunkt, zum Beispiel Wirtschaft oder Informatik, Gesundheit oder Technik.

Das Abitur an einer Fachoberschule erlangen

Wenn du eine Fachoberschule besuchst, die eine 13. Jahrgangsstufe anbietet, kannst du neben dem Fachabitur auch das allgemeine Abitur absolvieren, wenn du Kenntnisse in einer zweiten Fremdsprache nachweisen kannst.

Das Abitur an einer Privatschule erlangen

Auch an Schulen in freier Trägerschaft, so die offizielle Bezeichnung, kannst du die Allgemeine Hochschulreife erlangen. Sind die Träger staatlich anerkannt, wie kirchliche oder karitative Einrichtungen oder auch Vereine, zum Beispiel Freie Waldorfschulen, kannst du dort dein Abitur ablegen.

Das Abitur auf dem 2. Bildungsweg

Die Angebote des sogenannten 2. Bildungsweges richten sich vornehmlich an Erwachsene, die ihr Abitur nach einer gewissen Zeit der Berufstätigkeit oder Familienarbeit nachholen wollen. Hier gibt es viele Möglichkeiten bzw. Bildungsanbieter, staatliche und auch private.

Staatliche Schulen des zweiten Bildungsweges sind zum Beispiel Volkshochschulen, Abendgymnasien, Berufsoberschulen, Fachoberschulen und Kollegs. Private Bildungsanbieter sind zum Beispiel Fernschulen. Auch sie führen zum Abitur durch die sogenannte Externen- oder Nichtschülerprüfung. Sie ist dem schulischen bzw. staatlichen Abitur gleichgestellt.

Das Abitur an einem Abendgymnasium erlangen

Abendschulen als Schulen für Berufstätige bieten den Unterricht in der Regel werktags zwischen ca. 17:00 Uhr und 22:00 Uhr an. Für die Zulassung benötigst du in den meisten Bundesländern eine abgeschlossene Berufsausbildung oder den Nachweis einer mindestens zweijährigen durchgehenden Berufstätigkeit. Anerkannt werden auch Familienarbeit, das Freiwillige Soziale Jahr und in einigen Bundesländern auch eine längere Arbeitslosigkeit.

Das Abitur an einem Kolleg erlangen

Kollegs sind Schulen für Erwachsene. Der Unterricht findet in der Regel an Werktagen tagsüber statt. Die Zulassungsbedingungen entsprechen denen des Abendgymnasiums. In einigen Bundesländern musst du eine Eignungsprüfung bestehen.

Das Abitur an einem Berufskolleg erlangen

Berufskollegs haben, abhängig vom Bundesland, unterschiedliche Bildungsaufgaben. Einige gehören zu den berufsbildenden Schulen, wie zum Beispiel ein Berufskolleg für Grafik-Design. In einigen Bundesländern kannst du zusammen mit einer beruflichen Qualifikation das Fachabitur oder, wenn die 13. Jahrgangsstufe angeboten wird, auch das allgemeine Abitur erlangen.

Das Abitur an einer Berufsoberschule erlangen

Berufsoberschulen, kurz BOS, gibt es zurzeit in sechs Bundesländern. Sie haben unterschiedliche Schwerpunkte, wie Wirtschaft, Technik, Sozialwesen, Agrarwissenschaften oder Gestaltung, ähnlich den Fachoberschulen, kurz FOS. Zugangsvoraussetzungen sind ein mittlerer Schulabschluss und eine abgeschlossene Berufsausbildung. Auch hier besteht die Möglichkeit, die Schule nach der 12. Jahrgangsstufe mit dem Fachabitur oder nach der 13. Stufe und dem Nachweis einer zweiten Fremdsprache mit dem allgemeinen Abitur abzuschließen.

Das Abitur an einer Volkshochschule, VHS, erlangen

Volkshochschulen sind kommunale Einrichtungen und in fast allen größeren Städten und Landkreisen vertreten. Sie bieten viele sehr unterschiedliche Freizeit- und Weiterbildungskurse für Erwachsene an. Dazu gehören auch einzelne Kurse zur Vorbereitung auf das Abitur. Nur wenige Volkshochschulen bieten allerdings alle zur Abiturvorbereitung notwendigen Kurse an. Manche VHS arbeiten mit Abendgymnasien oder Kollegs vor Ort zusammen. Oft gibt es Aufnahmetests als Zugangsvoraussetzung zu bestimmten Kursen.

Das Abitur an einer Fernschule erlangen

Fernlehrgänge eignen sich durch die flexiblen Lernzeiten besonders als Weg zum Abitur für Berufstätige und Personen, die in die Familienarbeit eingebunden sind. Die Kurse bereiten dich in individuellem Tempo auf das Externen- oder Nichtschülerabitur vor, das dem staatlichen Abitur gleichgestellt ist.

Welche Voraussetzungen brauche ich für das Abitur?

Du musst einen mittleren Schulabschluss haben. Bei manchen Anbietern, zum Beispiel bei der Volkshochschule oder auch an Fernschulen, kannst du diesen in einem Vorkurs nachholen.

Bei einigen Schulen wird ein bestimmter Notendurchschnitt verlangt. Liegst du darunter, kannst du eventuell einen Aufnahmetest machen.

Du musst Kenntnisse in mindestens einer Fremdsprache nachweisen.

Du weist nach, dass du bisher nicht mehr als einmal durch die Abiturprüfung gefallen bist.

Bei einigen Bildungseinrichtungen wirst du nur aufgenommen, wenn du eine abgeschlossene Berufsausbildung hast bzw. eine definierte Zeit ununterbrochen berufstätig oder in der Familie engagiert warst.

Engagement, Flexibilität, Durchhaltevermögen und eine hohe Belastbarkeit sind ebenfalls Voraussetzungen, wenn du dein Abitur auf dem 2. Bildungsweg neben Beruf und Familienarbeit nachholen willst.

Wie läuft eine Abiturprüfung ab?

Mit Beschluss der Kultusministerkonferenz sind die Abiturprüfungen weitgehend vereinheitlicht. Trotzdem kann es noch länderbezogene Abweichungen geben. Genaue und aktuelle Auskunft geben dir die Schulämter. Auch die Schulform spielt eine Rolle. Beim Externen- oder Nichtschülerabitur gibt es ebenfalls einige Besonderheiten.

Generell gibt es schriftliche und mündliche Prüfungen in fünf bis acht Prüfungsfächern. Schriftlich werden zwei sogenannte Leistungsfächer geprüft. Sie bilden bereits den Schwerpunkt während der zwei- bis dreijährigen Schulzeit und werden in der Prüfung stärker gewichtet. Bei den Fächerkombinationen hast du einen gewissen Spielraum.

Wir stellen hier beispielhaft die Externen-Abiturprüfung in Hessen vor:

Es gibt insgesamt acht Prüfungsfächer, die in bestimmter Kombination aus drei Aufgabenfeldern gewählt werden müssen: dem sprachlich-literarisch-künstlerischen Aufgabenfeld, dem gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenfeld und dem mathematisch-naturwissenschaftlich-technischen Aufgabenfeld.

Die schriftliche Prüfung umfasst vier Fächer, die beiden Leistungsfächer und zwei Grundfächer. Sie müssen mindestens zwei Aufgabenfelder abdecken. Dabei müssen die Fächer Deutsch, Geschichte oder Politik und Wirtschaft, Mathematik sowie eine Naturwissenschaft oder eine Fremdsprache enthalten sein. Die mündliche Prüfung wird in vier weiteren Fächern aus den Aufgabenfeldern abgelegt. Unter den Fächern des ersten und zweiten Prüfungsteils müssen sich eine Naturwissenschaft und zwei Fremdsprachen befinden.

sgd, Deutschlands Führende Fernschule

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