Mediengestalter werden - Was macht ein Mediengestalter

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Flyer und Magazine gestalten, Websites erstellen, Podcasts aufnehmen oder Musikvideos drehen: Wer kreativ ist und beruflich am liebsten einer gestalterischen Tätigkeit nachgehen will, muss sich nicht zwingend auf eine bestimmte Disziplin festlegen.

Denn im Gegensatz zu den klar definierten Berufsbildern von Designer, Grafiker, Fotograf oder Tontechniker decken Mediengestalter ein ungemein vielseitiges und vor allem spannendes Aufgabenspektrum ab. Die gefragten Allroundernen arbeiten in den verschiedens-ten Bereichen der Medienbranche, je nachdem, welchen Schwerpunkt sie zu Beginn der eigenen Aus- oder Weiterbildung gelegt haben. So können sich Kreative das nötige Fachwissen, die dazugehörigen Techniken und Spezialisierungen wahlweise im Bereich „Digital und Print“ oder auf dem Gebiet „Bild und Ton“ aneignen. Unabhängig davon profitieren Mediengestalternen dank ihrer breit angelegten Qualifi-kation von überdurchschnittlich guten Karriereperspektiven am Arbeitsmarkt. Doch wie wird man eigentlich Mediengestalter, welche Aufgaben zählen zu diesem Berufsbild, wie sieht es mit dem Gehalt als Mediengestalter aus und welche Voraussetzungen müssen mitgebracht werden, um auf diesem Gebiet erfolgreich zu sein? Wir haben Ihnen die wichtigsten Informationen zusammengestellt. 


Wie wird man Mediengestalter und welche Voraussetzungen braucht es für diesen Beruf? 

Im Grunde kann sich jeder zum Mediengestalter aus- oder weiterbilden lassen, der künstlerisch begabt ist und seine Kreativität in den verschiedensten Bereichen ausleben will. Kommen dann noch kommunikative Eigenschaften und ein ausgeprägtes technisches Verständnis dazu, steht einer entsprechenden Qualifizierung kaum etwas im Wege. Dabei spielt es keine Rolle, wie gut oder schlecht das letzte Schulzeugnis ausgefallen ist. Hauptsache man hat Spaß an kreativem Austausch, arbeitet gerne im Team und bringt halbwegs fundierte Mathematik-, Deutsch- und Englischkenntnisse mit. 


Voraussetzungen, um Mediengestalter zu werden

Spezifische Voraussetzungen für eine Aus- bzw. Weiter- oder Fortbildung zum Mediengestalter sind in der Regel kaum nötig. Unabhängig vom Schwerpunkt „Digital und Print“ oder „Bild und Ton“ braucht es für das Berufsbild „Mediengestalter“ theoretisch noch nicht einmal einen Schulabschluss, sofern ein Kandidat die entsprechenden kreativen Fähigkeiten und Eigenschaften mitbringt. Je nach Ausbildungsstätte oder Bildungseinrichtung müssen Azubis meist eine erfolgreich abgeschlossene Schulausbildung vorweisen – in Form eines Haupt- oder Realschulabschlusses oder eines (Fach-)Abiturs. 

Um zur Ausbildung zum Mediengestalter überhaupt zugelassen zu werden, kommt es aber nicht nur auf den jeweiligen Abschluss oder gute Noten an. In erster Linie sind die individuelle Kreativität und das technische Verständnis für Computertechnik, Software oder andere Technologien nachzuweisen: 

  1. Sinn für Ästhetik und ein Gespür für Farb- und Formgebung 
  2. gestalterisches Talent und räumliches Vorstellungsvermögen 
  3. mathematische Grundlagen und allgemeine Fremdsprachenkenntnisse 
  4. technisches Interesse für Computer, Software und neue Technologien zur Gestaltung verschiedenster Medienformate 
  5. kaufmännisches und betriebswirtschaftliches Interesse 
  6. grundlegendes Verständnis für die Wünsche und Anforderungen der Kunden 
  7. Teamfähigkeit und eigenständiges Arbeiten 


Welche Möglichkeiten gibt es, um Mediengestalter zu werden? 

Wer sich zum Mediengestalter aus- oder weiterbilden lassen will, kann entweder den klassischen Bildungsweg einschlagen oder sich als kreatives Talent bzw. Quereinsteiger gezielt für dieses Berufsbild qualifizieren. Zu den bereits im Verlauf der Ausbildung angebotenen Spezialisierungen kommen nach einer erfolgreich abgelegten Abschlussprüfung noch Qualifizierungsmöglichkeiten hinzu – sei es nun in Form einer Fort- bzw. Weiterbildung oder eines Bachelor- bzw. Master-Studiums. Auf diese Weise können sich fertig ausgebildete Mediengestalter zum Beispiel einen Meistertitel zulegen, sich zum Medienfachwirt qualifizieren oder als studierter Kommunikationsdesigner für leitende Funktionen im Medienbereich empfehlen. 

Duale Ausbildung: Die Ausbildung zum Mediengestalter ist dual angelegt, indem die Theorie an der Berufsschule bzw. an einer Fernschule wie der sgd und die praktischen Fertigkeiten in einem vom Azubi selbst gewählten Betrieb vermittelt werden. 

IHK- und HWK-Abschluss: In der Regel wird die Abschlussprüfung der Ausbildung zum Mediengestalter an einer der zahlreichen Industrie- und Handelskammern abgelegt. 

Traineeprogramm: Wer eine entsprechende Ausbildung im Kreativbereich bzw. ein artverwandtes Studium abgeschlossen hat, kann beim Einstieg in ein Unternehmen alternativ auch an einem Traineeprogramm teilnehmen. Dabei wird der Quereinsteiger trotz fehlender beruflicher Fachkenntnisse gezielt auf die Tätigkeiten eines Mediengestalter vorbereitet. 

Weiterbildung und Fernkurse: Auch mit entsprechender Berufserfahrung in den Bereichen Mediendesign, Marketing und Öffentlichkeitsarbeit kann man sich zum Mediengestalter weiterbilden lassen. Die Lehrgänge, Seminare und Fernkurse werden bspw. bei der sgd, an einzelnen Berufsakademien oder von privaten Bildungseinrichtungen angeboten. Dabei gilt es in erster Linie, neue Arbeitsfelder zu erschließen oder die vorhandenen Fachkenntnisse durch kreative Fähigkeiten gezielt zu ergänzen. 


Wie lange dauert die Ausbildung zum Mediengestalter?

Die klassische Ausbildung dauert in der Regel rund drei Jahre, wobei die Arbeitszeit im Betrieb zumeist der üblichen 40-Stunden-Woche entspricht. Denn während an der Berufsschule die theoretischen Grundlagen analog zum normalen Schulalltag vermittelt werden, eignet sich der Auszubildende die praktischen Fertigkeiten im Betrieb an. Dadurch kann die Ausbildung auch einmal länger dauern. Die Ausbildungszeit selbst kann bei vorliegender Fachhochschulreife oder entsprechenden schulischen Vorkenntnissen oder fachlicher Eignung auf 2 ½ Jahre verkürzt werden. Vorausgesetzt der Ausbildungsbetrieb beantragt die Verkürzung bei der zuständigen Industrie- und Handelskammer. Die Dauer von Weiterbildungskursen, wie sie bspw. von der sgd angeboten werden, beträgt durchschnittlich 12 Monate (mit einer Gesamt-Betreuungsdauer von 18 Monaten) bei einer häuslichen Lernzeit von rund 7 Stunden pro Woche. 

Nachdem im zweiten Ausbildungsjahr eine Zwischenprüfung abgelegt werden muss, erfolgt zum Ende der Ausbildung die Abschluss-/Gesellenprüfung an der IHK oder HWK. Hat der Azubi diese erfolgreich be-standen, darf er sich als „Staatlich anerkannter Mediengestalter Digital und Print“ bzw. „Staatlich anerkannte Mediengestalter in Bild und Ton“ bezeichnen. 


Welche Aufgaben hat ein Mediengestalter?

Grundlegend ist bei den Tätigkeiten des Mediengestalters zwischen den beiden Berufsbildern „Bild und Ton“ bzw. „Digital und Print“ zu unterscheiden. Beiden gleich ist die Ausrichtung der Tätigkeiten auf die verschiedensten Projekte und Tätigkeitsfelder innerhalb der Medien- und Kommunikationsbranche. Hierzu trägt die gezielte Qualifizierung im Verlauf der Ausbildung zum Mediengestalter „Digital und Print“ bei. So muss im dritten Lehrjahr zusätzlich zum Schwerpunkt eine entsprechende Spezialisierung aus den Bereichen „Beratung und Planung“, „Gestaltung und Technik“ oder „Konzept und Visualisierung“ gewählt werden. 

Zu den Hauptaufgaben des Mediengestalters zählen die Erstellung von Konzepten und die Umsetzung bzw. Gestaltung von Ideen in Form von klassischen Druckerzeugnissen, wie bspw. Zeitschriften, Prospekten und Flyern, Bild- und Tonmedien sowie digitalen Medienformaten, wie Websites, Musikvideos, Podcasts oder Grafiken. 

Ergänzend wird in der Spezialisierung „Beratung und Planung“ die Fähigkeit vermittelt, Kundenprojekte erfolgreich zu betreuen und zu steuern. Neben der Kalkulation von Angeboten zählt hierzu auch die visuelle Präsentation eines Projekts vor dem Auftraggeber. 

In der Spezialisierung „Konzeption und Visualisierung“ dreht sich alles rund um die Erstellung von Layouts, Grafiken oder Video- bzw. Tonelementen sowie um die visuelle Aufbereitung von Ideen in Form eines Gesamtkonzepts. 

Während Mediengestalternen der Spezialisierung „Gestaltung und Technik“ in erster Linie Produktionsabläufe koordinieren und die für die Umsetzung eines Projekts relevanten Medienelemente bzw. digitale Daten aufbereiten und zusammenstellen. 


Aufgaben „Bild und Ton“ im Überblick: 

  • Konzepterstellung unter Berücksichtigung gestalterischer und redaktioneller Vorgaben 
  • Planung, Umsetzung und Gestaltung von Medienproduktionen sowie Bild- und Tonmedien 
  • Recherche von Themen 
  • Beratung von Kunden und Programmmitarbeitern 
  • Erstellung und Bearbeitung von Bild- und Tonaufnahmen 
  • Kundenberatung sowie Aufwands- und Kostenkalkulation 
  • Auswahl von technischen Lösungen zur Übertragung, Aufnahme und Verarbeitung von Ton- und Bildsignalen 
  • Beleuchtungs- und Dekorationsarbeiten 


Aufgaben „Digital und Print“ im Überblick: 

  • Betreuung und Beratung von Kunden 
  • Angebotserstellung für die Gestaltung von Medienprodukten 
  • Planung, Konzeption und Umsetzung von Projekten 
  • Kalkulation und Bearbeitung von Aufträgen 
  • Visuelle Präsentation von Konzepten und Ergebnissen 
  • Kundenberatung zu Planung, Durchführung und Abwicklung von Medienproduktionen 
  • Pflege und Betreuung von Websites, Datenbanken oder Onlinetools zur Zielgruppenanalyse 
  • Programmierung, Überwachung und Wartung von Maschinen 
  • Erstellung von Schildern, Stempeln, Etiketten, Aufklebern oder Straßenschildern 
  • Gestaltung von Medienprodukten mithilfe spezieller Software 
  • mediengerechte Ausarbeitung von Gestaltungsentwürfen 
  • Abstimmung der Gestaltung mit dem Kunden 
  • Auswahl von passendem Bildmaterial 
  • Entwerfen von Layouts, Präsentationen und Konzepten für verschiedenste Digital- und Printmedien 


Was verdient man als Mediengestalter?

Wer den Beruf „Mediengestalter“ wählt, darf sich nach einer erfolgreich abgeschlossenen Ausbildung auf ein grundsolides Jahresgehalt freuen. Bereits während der dreijährigen Lehre gibt es im ersten Jahr eine monatliche Vergütung zwischen 800 und 950 Euro, sofern der Ausbildungsbetrieb an tariflich festgelegte Gehälter gebunden ist. Andernfalls kann der Lohn durchaus geringer ausfallen (ab 515 Euro) und sich am gesetzlichen Mindestlohn orientieren. Auch das Bundesland ist entscheidend, in dem die Ausbildung aufgenommen bzw. der Beruf ausgeübt wird. So werden in den alten Bundesländern meist höhere Gehälter gezahlt als in den neuen. 

Grundsätzlich gilt: Wer mehr verdienen will, sollte sich gezielt fachlich weiterbilden und entsprechende Fortbildungskurse besuchen. Auch ein Studium als zusätzliche Qualifizierung wirkt sich direkt auf die Höhe des Jahresgehalts aus. So bewegt sich das monatliche Brutto-Einstiegsgehalt eines fertig ausgebildeten Mediengestalter je nach Bundesland, Unternehmen oder Branche zwischen 1.600 und 2.300 Euro. Mit zunehmender Berufserfahrung und der Aneignung spezifischer Fähigkeiten kann das Gehalt im Verlauf der Betriebszugehörigkeit auf durchschnittlich bis zu 3.200 Euro brutto ansteigen. Wer mehr verdienen will, sollte über eine Weiterbildung zum Medienfachwirt  oder Medientechniker nachdenken. Denn hier liegt der monatliche Bruttolohn bei rund 3.000 bis 4.000 Euro. Ein Fernstudium im Bereich Medienwirtschaft bietet die Möglichkeit, das Monatsgehalt um bis zu 1.000 Euro brutto höher ausfallen zu lassen.


Junior-Mediengestalter: Einstiegsgehalt pro Jahr zwischen 25.000 und 28.000 Euro brutto 
Mediengestalter mit Berufserfahrung: jährliche Vergütung zwischen 32.000 und 33.000 Euro brutto 
Senior-Mediengestalter: Jahresgehalt zwischen 33.000 bis zu mehr als 34.000 Euro brutto 

Auch wenn das Gehalt von Mediengestalternen stark vom jeweiligen Arbeitgeber und den eigenen Fähigkeiten abhängt, so bietet der Ausbildungsberuf doch immense Karriereperspektiven. Hinzu kommt die optimale Basis für spätere Qualifizierungsmöglichkeiten – sei es durch Weiterbildungen oder ein Studium. Unabhängig davon ist das Berufsbild „Mediengestalter“ beliebter denn je, und die Aufstiegschancen sind durch die zunehmende Digitalisierung in Wirtschaft und Gesellschaft deutlich besser als noch vor einigen Jahren. 

Als Mediengestalter „Print und Digital“ bzw. Mediengestalter „Bild und Ton“ erwartet Sie ein überaus spannendes Aufgabenspektrum mit viel Verantwortung und jeder Menge Raum, sich kreativ frei zu entfalten. Ob Sie nun in Werbeagenturen, Marketing- und Presseabteilungen von Unternehmen oder staatlichen Medieneinrichtungen arbeiten, überall bieten sich unendlich viele Möglichkeiten, Verantwortung zu übernehmen und sich gezielt in ausgewählten Bereichen zu spezialisieren. Wenn Sie also gerne im Team arbeiten, im Kundenauftrag kreative Projekte realisieren und beratende Tätigkeiten übernehmen wollen, dann ist der Beruf Mediengestalter – z. B. über das Weiterbildungsprogramm der sgd – genau das Richtige für Sie. 
 

 

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